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TF-Trainer Steffen Fenger berichtet über die neue Ausbildung zum BsG

#Menschen #Neuigkeiten 01. Dezember 2020

Am 04.01.2021 startet die nächste Ausbildung zum Bedienberechtigten für selbstfahrende schienengebundene Geräte (BsG) an der SPITZKE AKADEMIE FÜR AUS- UND WEITERBILDUNG GmbH. Steffen Fenger, Trainer und Ausbilder der AKADEMIE berichtet über den Ablauf und die Besonderheiten dieser Qualifikation.

Lieber Steffen, du bist seit längerem in der AKADEMIE tätig. Welche Themen vermittelst du?
Mein Fokus liegt im Bereich Bahnbetrieb. Das heißt, ich bin für die Ausbildung von Fahrzeugführern zuständig. Ich bilde aber auch Rangierbegleiter/​Zugführer aus. Seit September bietet die AKADEMIE die Ausbildung zum Bedienberechtigten für selbstfahrende schienengebundene Geräte (BsG) an. Grundlage ist die neue Vorschrift VDB-001. Das ist richtig. Bevor es diese Ausbildung gab, mussten alle Bediener von selbstfahrenden Geräten eine komplette Ausbildung zum Nebenfahrzeugführer absolvieren. Das ist mit nicht unerheblichen Kosten und einem großen Zeitaufwand von bis zu vier Monaten verbunden. Die neue Vorschrift bietet uns hier neue Möglichkeiten. Oberleitungsmonteure können nun in acht Tagen, fit für ihre Tätigkeit gemacht werden. Dank der neuen Ausbildungsmöglichkeit kann daher vor allem mit Blick auf längerfristig geplante Baustellen die Personalplanung optimiert werden. Das ist eine gute Sache. Wichtig ist dabei aber, den angehenden Bedienberechtigten zu vermitteln, zu was sie mit Abschluss der Ausbildung berechtig sind und zu was nicht. ART- oder EVO-Steiger zur Oberleitungsmontage beispielsweise, dürfen nur im Baugleis gefahren werden. Die Bediener dürfen sich daher nicht von der Bauleitung zu Tätigkeiten verleiten lassen, die nur Triebfahrzeugführern erlaubt sind.

Bist du selbst schon so ein Gerät gefahren?
Ja, ich habe die Berechtigung, solch ein Fahrzeug zu führen, war damit aber nie wirklich im Baustelleneinsatz. Ich bleibe lieber bei meinen Lokomotiven.

Welche Baureihe fährst du am liebsten?
Mein Favorit ist ganz klar die Baureihe (BR) Class 66, die bei der Firma SPITZKE leider nicht im Einsatz ist. Auch die BR 202 oder 203.1 sind ganz gut zu fahren. Unsere E-Lok der Baureihe BR 192 ist aber auch eine sehr schöne Maschine.

Die AKADEMIE hat bereits kurz nach Veröffentlichung der VDB-001 den ersten Kurs durchgeführt. Wie war das möglich?
Ja, im ersten Kurs hatten wir bereits 19 Teilnehmende. Die Ausbildung ist auf Initiative etlicher Bauunternehmen ins Leben gerufen worden. SPITZKE hat zum Teil an der zugrundeliegenden Vorschrift mitgearbeitet. Daher war es uns möglich, auch kurzfristig eine Ausbildung, die dem Rahmenlehrplan entspricht, zu konzipieren. Die Basis bildet die Ausbildung für Trieb- und Nebenfahrzeugführer. Die Herausforderung lag jedoch darin, dieses riesige Thema auf ganz bestimmte Aspekte fokussiert, herunterzubrechen.

Du warst als Trainer selbst an der Konzeption der Ausbildung beteiligt.
Das stimmt. Da ich bereits seit über zehn Jahren als Ausbilder und Prüfer für Triebfahrzeugführer tätig bin, hatte ich einen guten Zugang zum Unterrichtsstoff. Ausschlaggebend war aber auch, dass wir beim Entwickeln der Ausbildung engen Kontakt zu den Verfassern der Vorschrift gehalten haben.

Wie sieht die Schulung konkret aus?
Während der ersten sechs Tage vermitteln wir die notwendige Theorie – von einer Einführung in das System Bahn, über Rechtsgrundlagen und Arbeitssicherheit, zu den betrieblichen Unterlagen, bis hin zu den beteiligten Mitarbeitenden und deren Aufgaben. Natürlich spielt auch die Technik der Geräte eine große Rolle. Die Theorie wird dann am siebten Unterrichtstag praktisch veranschaulicht. Dafür haben wir einen erfahrenen Bediener im Team, der „seinen“ ART ganz genau erklären kann. Da die SPITZKE SE selbst über einen umfangreichen Technikpark verfügt, ist es problemlos möglich, die für die Schulung benötigten Fahrzeuge bereitzustellen und qualifiziertes Fachpersonal in die Ausbildung mit einzubeziehen.
Am achten und letzten Schulungstag geht es dann an die Prüfung. Nach einem zweistündigen schriftlichen Test, wird jeder Teilnehmende eine Stunde lang mündlich und praktisch geprüft. In der Ausbildung wird sehr viel Know-how in kurzer Zeit vermittelt, aber es ist auf jeden Fall machbar. Sollte jemand, aus welchen Gründen auch immer, doch durchfallen, besteht die Möglichkeit einer Nachschulung und erneuten Prüfung.

Welchen Eindruck hast du aus dem ersten Durchlauf mitgenommen?
Die Teilnehmenden waren alle sehr motiviert, wissbegierig und engagiert. Manche hatten aber tatsächlich eine falsche Vorstellung, was sie mit der Bedienberechtigung alles tun dürfen. Das konnten wir aber schnell auflösen. Alles in allem lief der erste Durchgang sehr gut.

Wie geht es nun weiter?
Nachdem wir im September die erste Ausbildung erfolgreich abschließen konnten, fand gleich im Oktober der nächste Durchlauf statt. Leider mussten wir die Präsenzveranstaltung aber nach wenigen Tagen abbrechen, weil einer der Teilnehmenden positiv auf Covid-19 getestet wurde. Wir haben den Theorieteil dann über Online-Schulungen zu Ende gebracht. Praxisteil und Prüfung holen wir im Januar nach, wenn der nächste Kurs stattfindet. Weitere Termine sind schon geplant. Der Bedarf für diese Ausbildung ist definitiv vorhanden.

Mehr Informationen zur Ausbildung gibt es hier: Bedienberechtigter (m/​w/​d) für selbstfahrende, schienengebundene Geräte (BsG)